Newsletter 26.7.2021 – Varroabehandlung & Auffütterung

Nächste Woche sind wir im August und der kritische Zeitraum für eine erfolgreiche Überwinterung beginnt jetzt.

Dabei sind drei wichtige Aufgaben zu bewältigen:

  1. Aufzucht von gesunden Winterbienen
  2. Varroabehandlung
  3. Auffütterung

Der Honig sollte jetzt geerntet sein, sonst sollten die noch vorhandenen Honigzargen abgeräumt werden.

Zu 1 – Winterbienen) Die Königin benötigt Platz um stiften zu können. Falls nötig sollten zwei Futterwaben aus der Brutzarge entnommen und durch Leerwaben ersetzt werden. Sind keine Leerwaben vorhanden kann man jetzt auch Mittelwände nehmen.

Zu 2 – Varroabehandlung) Jetzt dürfen bei starken Völkern nicht mehr als 10 Milben pro Tag fallen. Bei kleinen Völkern oder Ablegern dürfen nicht mehr als 5 Milben pro Tag fallen. Werden die Werte überschritten, so sollte sofort mit der Varroabehandlung begonnen werden. Dabei darauf achten, dass die Bodengitter frei sind. Dann die Bodeneinlage drei Tage einlegen und die gezählten Varroamilben durch drei teilen. Die hellen Varroen werden dabei nicht gezählt, da sie nicht vermehrungsfähig sind.

Bei einer Behandlung auf http://www.varroawetter.de/ nachsehen, ob die gewünschte Behandlungsform auch wirken kann. Jetzt Ende Juli ist auch eine Brutdistanzierung entweder mit Teilen- und Behandeln oder mit der vollständigen Brutentnahme möglich.

Die Varroabehandlung ist besonders kritisch, da die Behandlungsmöglichkeiten abhängig sind von Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Vorhandensein von Brut und Vorhandensein einer stiftenden Königin. Daher wird von einem Abwarten abgeraten.

Die Verwendung des “Nassenheider Professional horizontal“-Verdunsters wird empfohlen. Siehe hier bei Holtermann oder bei Bienen Voigt.

Zu 3 – Auffütterung) Ab August sollte mit der Auffütterung in mehreren Portionen begonnen werden. Wichtig ist dabei, dass das Brutnest nicht verhonigt wird, sonst besteht die Gefahr, dass zu wenige Winterbienen aufgezogen werden und die Volksstärke zur Überwinterung nicht ausreicht. Die Auffütterung sollte bis Mitte September abgeschlossen sein.

Weitere Punkte

  • Die Varroabehandlungen sind entweder von Temperatur und Luftfeuchtigkeit abhängig (Ameisensäure, Thymol) oder benötigen Brutfreiheit (Milchsäure, Oxalsäuredihydrat) oder sind von der Jahreszeit und einer stiftenden Königin abhängig (Teilen- und Behandeln, Vollständige Brutentnahme). Alle Maßnahmen sind jetzt vorzusehen und kurzfristig umzusetzen
  • Ob zuerst behandelt oder aufgefüttert werden sollte hängt davon ab, wie hoch die Varroabelastung ist. Bei zu hoher Varroabelastung zuerst behandeln
  • Offenes Futter nimmt Ameisensäuredämpfe auf, so dass nicht gleichzeitig gefüttert und behandelt werden sollte. Die Behandlungswirkung wird dadurch verringert
  • Von den Bieneninstituten wird eine Winterbehandlung mit Oxalsäuredihydrat im Dezember empfohlen. Diese ist auch als “Restentmilbung” bekannt. Bitte beachten, wenn die Spätsommerbehandlung nicht erfolgreich ist, so werden kranke Winterbienen aufgezogen. Eine Entmilbung dieser kranken Winterbienen im Dezember führt nicht zu gesunden Bienen. Diese “Restentmilbung” dient dazu einen möglichst milbenfreien Start für das nächste Jahr zu ermöglichen. Ein Ersatz für die jetzt anstehende Spätesommerbehandung ist sie nicht
  • Starke Völker sind anzustreben, da diese die bessere Überwinterungsmöglichkeiten haben. Falls erforderlich können im September auch zwei Völker zusammengelegt werden
  • Wenn Leerwaben oder Mittelwände zugegeben werden ist darauf zu achten, dass das Brutnest in der Mitte nicht geteilt wird. Sonst besteht die Gefahr, dass die Futterwabe wie ein Schied wirkt und das Volk in zwei kleinere Teile aufgespalten wird. Die neuen Rähmchen daher links oder rechts an die vorletzte Position in der Zarge setzen

Viel Erfolg wünscht
Gökhan Gebel
26.07.2021

Dieser Beitrag wurde unter Newsletter veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.